Der Bahnhof ist in den ehemaligen Ringwall eingegraben, der den Verlauf der Stadt zur Öffnung der Stadttore im 19. Jahrhunderts beschreibt.
Er liegt zwischen der Kunsthalle und dem Museum für Kunst und Gewerbe und unterbricht somit die Kette der sogenannten Museumsmeile.
Er wird im Westen von der Ringstraße (Steintorwall / Glockengießerwall) von der Innenstadt abgetrennt. Nördlich und südlich des Bahnhofs befinden sich zwei unattraktive Tiefhöfe für die Gleisfelder der Bahn. Die östliche Kirchenallee hat zwar bereits einen einigermaßen schönen Charakter, kann aber verbessert werden. Dort liegen die Möglichkeiten aber auf der dem Bahnhof gegenüber gelegenen Seite.
Die Ringstraße ist momentan nur über zwei Fußgängerübergänge und einen Tunnel zu überqueren,und Passanten eilen, abgesehen von den Rauchern unter dem Bahnhofsportal, über den Platz Richtung Innenstadt.
Diese Westseite des Bahnhofs hat viele ungenutzte Qualitäten.Diese Seite ist diejenige, die von mittags bis abends Sonne hat, also ideale Voraussetzungen sich dort länger aufzuhalten Ferner ist genügend Platz da, um dort etwas passieren zu lassen.
Neben der Bahnhofsmission gibt es eine ganze Reihe von augenscheinlich ungenutzen Lagerflächen mit Ausgang zum Steintorwall.
Vision:
Der Steintorwall könnte wie ein begrüntes Band in der Tradition der Wallanlagen des 19. Jahrhunderts gestaltet werden: Baumgesäumte Wege mit Sitz- und Liegemöglichkeiten, Kunst- und Lichtobjekte. Statisch kann geprüft werden, ob die Decke über der Wallfahrt und dem Bunker sogar eine intensive Bepflanzung tragen könnte. Auf diese Weise wäre der Wallring bis vor den Bahnhof verlängert und gleichzeitig würde der Bahnhofsvorplatz ein Ort mit Aufenthaltsqualitäten werden. In die Ladenflächen könnten Cafés und Bars einziehen, deren Gäste im Sommer die Sonne genießen könnten.
Um diese Fläche voll der Innenstadt zuzuschlagen, muß der dortige oberirdische Verkehr weggeplant werden. Dieser könnte zukünftig diagonal über das südliche Gleisloch und über die Kirchenallee und eine neue Brücke über das nördliche Gleisbett geleitet werden, also quasi einen Ostschlenk machen. Letztere müßte achsial auf die schöne Fassade des Schauspielhauses ausgerichtet werden, wodurch das Gebäude eine visuelle Aufwertung erfahren würde. Die alte Ernst-Merck-Straße und -.Brücke würden erhalten bleiben und dienen weiterhin als Zubringer nach St. Georg.
Die Kirchenallee müßte in Richtung Bahnhof verlegt und verbreitert werden, um der westlichen Ladenzeile mehr Platz für den Fußgängerverkehr und die Außenbestuhlung der bereits existierenden Gastronomie zu verschaffen., denn auch hier ist die sonnenbeschienene Abendseite der Straße. Trotz, wenn nicht sogar wegen der Straße, kann dieser Fußweg zu einen großzügigen Boulevard mit viel Aufenthaltsqualität werden.
Ob eine Verbreiterung der Kirchenallee damit verbunden sein muß, können nur Verkehrsexperten sagen, die Daten und Zahlel über das Verkehrsaufkommem in Hamburg haben. Generell muß der gesamte Verkehr und dessen Führung um den Innenstadtbereich neu überdacht werden. Es muß zum Beispiel dafür gesorgt werden, daß der Walltunnel von mehr Autofahrern benutzt wird, um Richtung Alster zu gelangen.
Wichtig ist, mehr sichere Fußgängerüberwege zu schaffen, an denen es momentan sowieso mangelt.
Auch die Gebäude an der Kirchenallee, von denen viele noch die nachkriegzeitlichen Notdächer besitzen, sollten auf eine einheitlichen Höhe aufgestockt werden. Der weite Raum zwischen den Häusern und dem Bahnhof verträgt dies.
Der ohnehin scheußliche Turm des Bahnhofs an dessen SüdOst-Ecke müßte rückgebaut und könnte durch einen Neubau im südlichen Gleisfeld ersetzt werden.
Generell müßte der Bus- vom Autoverkehr entkoppelt werden. Die würde gelingen, wenn alle Busse ausschließlich auf der Westseite des Bahnhofs fahren würden. Die Linie 6 würde stadtauswärts über die Straße “An der Alster” fahren (Station Gurlittstraße im Bereich Hotel “royal meridian”) und stadteinwärts weiterhin über die Lange Reihe, die bis zur Baumeisterstraße zur Einbahnstraße umgebaut werden müßte. Dadurch bekämen die Geschäfte zwischen Lange Reihe und Alster mehr Zulauf, die Lange Reihe hätte weniger Verkehr und es gäbe mehr Platz für die Gehwege.
Durch die Verlagerung der Kirchenallee Richtung Bahnhof würde der Parkplatz vor dem Ostportal zu einem Kiss-And-Ride- Platz reduziert, also für die, die jemanden schnell aus dem Auto lassen und verabschieden wollen (ähnlich wie beim Abflugterminal des Flughafens).
Parken und Taxis können auf der Überdeckelung nördlich des Bahnhofs untergebracht werden; natürlich mit einer entsprechenden Begrünung.
Der südliche Teil des Bahnhofs bekäme eine Kreuzung aus einer hängenden Straßen- und Fußgängerbrücke, an deren Schnittstelle ein neues DB- Gebäude stehen könnte. Dieses wäre städtebaulich ein Abschluß des Platzes vor der Stadtbibliothek Hühnerposten sowie ein Pendant zur Südfassade des Hauptbahnhofs. Auf der Kreuzung befände sich auch ein Aussichtsplateau mit Blick auf den Bahnhof und die Gleise.
Durch diese Maßnahmen verspreche ich mir, dem Bahnhof ein würdiges Umfeld zu verschaffen, das Besuchern einen guten ersten Eindruck vermittelt:
von
Großzügigkeit,
Gastlichkeit,
Naturliebe
und Kunstverständnis.




smartyHH 9. Januar 2012
Ich bin natürlich für einen sozialen Mix, wobei ich auch bezweifle, ob Quartiere wie der Burchardplatz für teures Wohnen überhaupt attraktiv genug wären.
Niemand will der Innenstadt die Funktion des Einzelhandels- und Dienstleistungsstandorts absprechen. Gerade das Nebeneinander von diesen Funktionen und dem Wohnen ist doch das, was anzustreben ist und was “Stadt” ausmacht. Die lebendige Stadt muß sich aus sich selbst heraus entwickeln, aus den Menschen, die dort wohnen und aus dem Angebot, das sie nutzen können. Aber es kann nicht der Weg sein, daß man im Sommer die Stadt bespaßt und zu dazu Menschen aus den umliegenden Regionen in die Innenstadt lockt.
Nextperte Holger 3. Januar 2012
Wichtig ist, dass das neue Wohnen in der Innenstadt für jeden erschwinglich ist!
Nextperte Wolfgang 3. Januar 2012
Über eine Belebung des Rathausmarktes durch einen regelmäßigen Wochenmarkt kann man sicherlich nachdenken. Die Ost-West-Straße zu verlegen ist wohl in den nächsten 30 Jahren nicht machbar.
Nextperte Lea 3. Januar 2012
Die Innenstadt ist ein wichtiger Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort. Es ist wichtig, dass dieser diese Funktion behalten kann. Die Innenstadt muss für alle da sein, nicht nur für ein paar wenige, die sich dort das Wohnen leisten können.
Nextperte Maria 3. Januar 2012
Früher habe ich auch in der Innenstadt gewohnt. Ich erinnere mich wie belebt es damals war. Ich bin sehr dafür, dass die Menschen wieder zurückkommen.